CS-06 Feinstaub messen in Mikroklimazonen

Silvio Heinze silvio@luftdaten.at

Worum geht es im Citizen Science Projekt
Wie steht es um unsere Luftqualität vor meiner Wohnung? Ist Feinstaub ein Problem? Die Stadt Wien attestiert „gut“. Doch wie sieht es in einzelnen Bezirken oder gar Grätzeln aus? Das ist unbekannt, denn die offiziellen Messstellen sind zu stark verteilt um solche Fragen beantworten zu können. Dies wollen wir ändern! In einem partizipativen Ansatz („Citizen Science“) laden wir alle Bewohnende dazu ein, die Feinstaubbelastung zu erkunden. Mittels eigener Messstationen kann jede*n Bürger*in erfahren wie rein die Luft vor der Haustüre wirklich ist. So zeichnen wir gemeinsam ein Bild über verschiedene Mikroklimazonen und haben eine Datenbasis für weitergehende Auswertung und Maßnahmen zur Luftverbesserung. Wir drucken mit unseren 3DDruckern Bausätze für Messstationen, halten Workshops ab, wo die Messstationen einfach von jedem zusammengebaut werden und erstellen interaktive Visualisierung dieser Klimadaten.

Wie kann man mitmachen? Was ist das Ziel der Challenge?
Unser Ansatz ist sehr partizipativ: alle Bewohner*innen sind zu dem Projekt eingeladen, mit uns die Messstationen in Workshops zusammenzubauen und an die Luftdaten.at-Webseite anzubinden. Wir wollen gemeinsam die Luftqualität anhand der Dimensionen Temperatur, Feinstaubbelastung und Luftfeuchtigkeit nachhaltig erfassen und in der Konsequenz verbessern. Denn sind erst einmal Daten über die Mikroklimazonen, lassen sich Maßnahmen zur Verbesserung (z.B. Fassadenbegrünungen) auf Basis von präzisen Echtdaten bewerten und belegen („evidencebased decision-making“).

Ansatz

Zur Umsetzung nützen wir (1) Messstationen, (2) Bürger*innen-Workshops und (3) eine zentrale Datenbank mit interaktiver Visualisierung auf der Webseite Luftdaten.at.

  1. Unsere Messstationen ermitteln die beiden Feinstaubwerte PM2.5 und PM10 mittels optischer Messung sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit und versenden sie über einen WLan- fähigen Mikrocontroller. Das Gehäuse wurde von uns entworfen und mittels 3D-Druckern gefertigt. Alle Teile sind so vorbereitet, dass sie als Bausatz, unter Anleitung leicht zusammengesteckt werden können.
  2. Dafür veranstalten wir öffentliche Workshops wo neben dem Zusammenbau auch über Luftqualität und Feinstaub informiert wird. Die Bausätze geben wir gegen die Elektronik-Selbstkosten (30 Euro) ab. Gehäuse, Anleitungen und Workshops werden von uns gesponsert, um möglichst vielen Bürger*innen die Möglichkeit zu geben solch eine Messstation bei sich aufzuhängen.
  3. Die Webseite Luftdaten.at und die dahinterliegende Server-Infrastruktur dient der Sammlung und Darstellung der gewonnen Daten für die Öffentlichkeit. Dies ist aktuell im Aufbau, eine erste Version geht Ende Juni 2018 online. Eine Vorschau solch einer Karte mit einigen Stationen in Wien bietet unser Schwesterprojekt der Open Knowledge Foundation Deutschland: http://wien.maps.luftdaten.info. Unser Ansatz geht jedoch darüber hinaus, indem es eine höhere Auflösung bietet und die Belastung einzelner Straßenabschnitte darstellen soll.

Kurze Beschreibung des Projektziels
Unser Ziel ist die Erfassung unterschiedlicher Mikroklimazonen. Dafür entwickeln wir smarte, vernetzte Messstationen welche mit Hilfe von Bürger*innen aufgestellt werden. Für 2018 sind min. 50 solcher Stationen in unserem Testbezirk Wien Neubau geplant. Zusätzlich sollen 150 Stationen im restlichen Wiener Stadtgebiet aufgestellt werden.