CH-03 Kognitionsbiologie, Verhaltensforschung und (komparative) Human- und Veterinärmedizin von der Antike bis heute

ao.Univ.Prof. Dr. Herbert Bannert
emer. o.Univ.Prof. Dr. Franz Römer
MMag. Dr. Sonja Martina Schreiner

Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein, Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, Universität Wien

TQW2Subject area: Verhaltensforschung
What it is: Gesundheit und Krankheit sind (un)angenehme und unausweichliche Parameter für alle Lebewesen. Deswegen ist es eine Konstante in der Menschheitsgeschichte und ein überlebenswichtiges kulturelles Erbe, Krankheiten zu bekämpfen und auf die Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit zu achten – bei Mensch und Tier. Human- und veterinärmedizinisches Wissen ist oft sehr alt: Irrwege, Scharlatanerie, mit heutigem medizinischem Ethos nicht mehr vereinbare Methoden, revolutionäre neue Ideen und Zufallsentdeckungen eingeschlossen. Damit einher geht gezielte Naturbeobachtung, die nicht selten bemerkenswert früh schriftlich für die Zeitgenossen und die Nachwelt festgehaltenes Wissen generierte, das erst heute, manchmal hunderte und mehr Jahre später, mit modernen Versuchsanordnungen verblüffende Wahrheiten in der Verhaltensforschung und der Kognitionsbiologie streng wissenschaftlich untermauert. Der dem Menschen inhärenten Biophilie Rechnung tragend, haben Tiere ihren festen Platz nicht nur im alltäglichen Leben oder in spezialisierter Fachliteratur, sondern auch in didaktisch wertvollen Publikation für die Kleinsten. Einblick in die Spielarten der Präsentation, die so vielfältig sind wie die Natur selbst, bietet folgende kleine Auswahl aus einem fast uferlosen Themenspektrum:

  • Kluge Raben, gescheite Delphine und treue Hunde: Ist das modernes Wissen?
  •  Ernährung und Gesundheitsratschläge in der Antike
  • Aristoteles‘ Trugschlüsse über Herdentiere und die Folgen
  • Therapien gegen die Gicht vom Altertum bis ins 3. Jahrtausend
  • Wie der Mediziner Galen Simulanten überführte
  • Von der Pferdemedizin der Antike zur high-tech-Veterinärmedizin von heute
  • Zoologie und Anthropologie in Emblematik und Schul- und Bilderbüchern
  • Die Entdeckung des Blutkreislaufes als medizinische Revolution und ihre Bedeutung für (Tier)Ethik, Philosophie und Religion
  • Embryologie im England des 17. Jahrhunderts
  • Wie der „Retter der Mütter“ Ignaz Semmelweis vom Botaniker zum Bekämpfer des Kindbettfiebers wurde

Oder – um mit Juvenal zu sprechen: mens sana in corpore sano.