CH-08 Das Wiener Zentrum für die Bild- und Materialanalyse von Kulturgut

DI Simon Brenner
Dr Bernadette Frühmann
Dr Federica Cappa

Centre for Image and Material Analysis in Cultural Heritage, CIMA

TQW2Subject area: Material Chemistry
What it is: Interdisziplinäre Zusammenarbeit gehört heute zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Bewahrung unseres Kulturerbes und bildet die Grundlage für seine sachgerechte Beschreibung, Untersuchung und Restaurierung. Das 2014 über den Zusammenschluss von Vertreterinnen und Vertretern zweier geisteswissenschaftlicher (Slawische und Byzantinische Philologie) und zweier naturwissenschaftlicher Disziplinen (Computer Vision, Materialchemie) aus drei Wiener Universitäten – der Universität Wien, der Akademie der bildenden Künste und der TU Wien – gegründete Zentrum für die Bild- und Materialanalyse von Kulturgut in Wien (CIMA) ist derzeit vor allem mit historischem Schriftgut in Buch-, Dokumenten- und Inschriftenform befasst. Dokumentiert und untersucht werden dabei sowohl die sog. Textträger bzw. Materialien, auf denen das Geschriebene verfasst und erhalten ist, als auch die Texte und deren Inhalte, und das in engerem (Textologie, sprachliche und literarhistorische Interpretation) wie im weiteren Sinne (Zeit, Ort und kulturhistorischer Umfeld ihrer Entstehung).
In seinem 2013 begonnenen und vom Österreichischen Forschungsfonds (FWF) finanzierten Projekt „Die Herkunft der glagolitisch-altkirchenslawischen Handschriften“ sind der philologischen, bild- und materialtechnologischen Analyse schriftlicher Quellen noch zwei weitere Untersuchungsarten hinzugefügt, die mikrobiologische DNA von Pergament als wichtigstem Beschreibstoff sowie die restauratorisch-konservierende Analyse der Materialtechnologie der Schriftträger, um ein möglichst erschöpfendes Verständnis von der Herstellung und den verwendeten Materialien einerseits und der Provenienz, den Herstellern und der späteren Geschichte der Quellen zu gewinnen.