CH-09 Astronomie in der Römischen Kaiserzeit: Wie weit war das Wissen über die Kugelgestalt der Erde verbreitet?

Sara Wanek, BA, BSc, MA

Doktoratsstudium der Klassischen Archäologie im Bereich Kulturastronomie, Universität Wien

Atlas Farnese, Museo Archeologico Nazionale, Neapel Atlas stehend: Gabriel Seah, CC BY-SA 3.0 und Detail Atlas: Sailko CC BY-SA 3.0

Fachgebiet: Archäologie
Was ist es: Vorgestellt wird ein Dissertationsprojekt der Klassischen Archäologie, welches demonstriert, dass eine Kombination aus Geistes- und Naturwissenschaften nötig ist, um neue, innovative Forschungsarbeit zu leisten. Astronomie eignet sich in diesem Zusammenhang besonders gut, da der Himmel für alle Menschen sichtbar ist. Daher können überall auf der Welt astronomische Beobachtungen durchgeführt werden. In allen Kulturkreisen tritt astronomisches Wissen auf. Vor allem für Gesellschaften, die auf Landwirtschaft basieren, sind Kenntnisse über die Sterne wichtig. Auf diese Art können die richtigen Zeitpunkte für Aussaat und Ernte bestimmt und das Überleben gesichert werden. Auch im Römischen Reich war es der Fall. Durch die massive Ausdehnung des Staatsgebiets in der Kaiserzeit kommt es zu neuen Kontakten und zu einer Blütezeit der Wissenschaft. Durch die Bearbeitung von materiellen Hinterlassenschaften und mithilfe von Netzwerkanalysen wird erstmals überprüft, ob die Kugelgestalt der Erde nur einer kleinen Elite oder dem Großteil der römischen Bevölkerung bekannt war. Dadurch wird es möglich, ein gesamtheitliches Bild der Antike zu zeichnen. Durch Fragebögen wird im Rahmen von Citizen Science ein Vergleich des heutigen und des antiken astronomischen Wissens erstellt.